
Rodeln beim SV Miesbach
Natalie Geisenberger · Rennrodeln · 1999 bis 2023
Sechsmal olympisches Gold, neun Weltmeistertitel, acht Gesamtweltcups. Und angefangen hat alles mit einem Schnupperkurs in Miesbach.
Der SV Miesbach hat derzeit keine aktiven Rodlerinnen und Rodler und bietet kein Training an. Die Sparte bleibt in der Vereinsstruktur bestehen: sollte sich wieder Nachwuchs finden, ist der Weg zurück offen. Ansprechpartner ist bis dahin die Vorstandschaft.
Über zwei Jahrzehnte hatte der SV Miesbach eine Rodelsparte. Heraus kam aus ihr die erfolgreichste Rennrodlerin der olympischen Geschichte.
Natalie Geisenberger kam mit sechs Jahren nach Miesbach und mit zehn zum Rodeln. Zwischen 2010 und 2022 fuhr sie bei vier Olympischen Spielen sechsmal zu Gold und einmal zu Bronze, wurde neunmal Weltmeisterin und gewann achtmal den Gesamtweltcup. Im September 2023 beendete sie ihre Karriere.
Heute hat unsere Rodelsparte keine aktiven Mitglieder mehr. Diese Seite ist deshalb keine Einladung zum Mitmachen, sondern eine Erinnerung an eine Sportlerin, an eine Sparte und an eine Zeit, in der in Miesbach Rodelgeschichte geschrieben wurde.

Als Viertklässlerin probiert Natalie Geisenberger bei einem Schnupperkurs des RRT Miesbach das Rennrodeln aus, auf Initiative ihres damaligen Lehrers und sportlichen Leiters der Sparte. Aus dem Ausprobieren wird eine Laufbahn.
Am 20. Januar 2007 startet sie erstmals im Weltcup und fährt auf Anhieb auf Platz 2. Der erste Weltcupsieg folgt im Dezember 2008 in Winterberg.
Bei ihren ersten Olympischen Spielen gewinnt sie Bronze, die erste von sieben olympischen Medaillen.

Im Einsitzer gewinnt sie alle vier Läufe und siegt mit über einer Sekunde Vorsprung. Mit der Teamstaffel folgt das zweite Gold.
Am 11. Januar 2015 ernennt die Stadt Miesbach sie zur Ehrenbürgerin, die Heimatstadt ehrt ihre bekannteste Sportlerin.
Sie verteidigt den Olympiasieg im Einsitzer und gewinnt erneut Gold mit der Teamstaffel.
Nach einer ausgesetzten Saison und der Geburt ihres Sohnes im Mai 2020 kehrt sie zurück: Deutsche Meisterin auf der Hausbahn am Königssee und achter Gesamtweltcupsieg.
Im Einsitzer fährt sie im dritten Lauf Bahnrekord und wird als einzige Frau dreimal Olympiasiegerin im Rennrodeln. Mit dem Staffel-Gold am 10. Februar 2022 ist sie die erfolgreichste deutsche Winter-Olympionikin aller Zeiten.
Am 24. September 2023 erklärt sie live in der BR-Sendung „Blickpunkt Sport“ ihren Rücktritt. Sie könne „nicht dankbarer und stolzer sein“ und wolle ihre Laufbahn „mit absolut lachenden Augen“ beenden.
Sie startete für das RRT Miesbach, das Rennrodelteam des ASV Miesbach, heute SV Miesbach. 1999 kam sie über einen Schnupperkurs der Sparte zum Rennrodeln, trainiert wurde auf der Hausbahn am Königssee.
Um 2003 zählte das RRT Miesbach fast 30 Aktive. Aus dieser kleinen Sparte einer Kreisstadt im Oberland ist eine Karriere entstanden, die bei vier Olympischen Spielen endete. Bei den Spielen 2010 und 2014 startete sie als Athletin des ASV Miesbach, 2018 und 2022 als Athletin des SV Miesbach.
Bei Olympia 2022 verfolgten rund 30 Fans die Läufe aus Peking gemeinsam im Vereinsheim. Der 1. Vorsitzende Stefan Griesbeck fasste es damals so zusammen: „Wahnsinn, was Natalie geschafft hat. Mir fehlen die Superlative!“

Eine Sparte ist mehr als ihre bekannteste Sportlerin. Im RRT Miesbach trainierten über die Jahre viele Kinder und Jugendliche, einige von ihnen fuhren bis in nationale Nachwuchswettbewerbe.
Deutscher Jugend-Vizemeister im Doppelsitzer
Siegerin im Deutschen Junioren-Cup
Aktive des RRT Miesbach
Aktive des RRT Miesbach
Neben dem Rodelbetrieb richtete die Sparte über Jahre den Miesbacher Schülertriathlon aus, ein Wettkampf, an den sich in Miesbach viele erinnern.
Trainerinnen und Trainer, Betreuer und Eltern haben die Sparte über zwei Jahrzehnte getragen: Sie standen im Winter am Hang, organisierten Fahrten und waren an den Wochenenden an der Bahn.
Die Sparte Rodeln bleibt Teil der Vereinsstruktur des SV Miesbach. Ein Trainingsbetrieb besteht derzeit nicht: wenn sich wieder Kinder, Jugendliche oder Erwachsene finden, die rodeln wollen, ist der Weg zurück offen. Wer Interesse hat oder Ideen mitbringt, wendet sich an die Vorstandschaft.
Wir bauen ein Vereinsarchiv auf und suchen alte Bilder, Zeitungsausschnitte und Erinnerungen aus der Rodelsparte, vom Kindertraining bis zum Weltcup. Meldet euch bei uns.
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